Kraut und Triebe, Licht und Friede

Liebe Leser, an dieser Stelle wollen wir in loser Folge sammeln, was uns wichtig ist, was uns prägt und leitet. Viele Wissenswertes kommt im alltäglichen Wandel unter die Räder. Und manches bekommt erst im Rückblick seinen Wert. Da jedwede Sache eine Anfang braucht, beginnen wir heute mit unserer Sammlung. Thomas Preußler am 2. Oktober 2015

Jüngster Eintrag

Überforderte Ostdeutsche „Wir dürfen uns die Ablehnung gegen Pegida nicht zu leicht machen“

Der Hallenser Psychiater Hans-Joachim Maaz fordert einen ernsthaften Umgang mit dem Unmut in Dresden. Im LVZ-Interview spricht er sich gegen eine Pauschalisierung von Pegida aus. Nicht jeder, der den rechten Parolen lauscht, sei in seinen Augen ein Rechtsextremer.

Artikel veröffentlicht: 27. Oktober 2015 lvz

3.Eintrag

Leipzig im Juli 2014
Liebe Besucher, was mich schon immer bewegte, ganz gleich unter welchen gesellschaftlichen Bedingungen ich lebte, war die Frage, was muß ich verändern, um nicht Teil einer bequemen Friedhofsruhe zu sein - aber auch abzuwägen, wieviel Anpassung an bestehende Verhältnisse nötig ist, um Stabilität und Ausgleich zu sichern. Nun fand ich in diesem Sommer ein Interview in der kleinen Zeitung a tempo mit Harald Welzer, der mir seit einiger Zeit ein aufmunternder Wegbegleiter im Geiste ist. Als Anstoß zum Nachdenken, zum Selbstdenken, gibt es an dieser Stelle einen kleinen Auszug und anschließend zum Weiterdenken eine zweite Adresse.

"a tempo | Aber kann ich allein denn etwas verändern? Harald Welzer | Wer soll die Welt denn sonst verändern? Irgendeine Be­wegung, irgendjemand aus der Politik, ein Unternehmer, die Welt­regierung … auf alle Fälle wohl jemand anderes? Die Antwort darauf ist: Nein! Niemand kann die Welt verändern außer: Sie und ich. Es gibt niemand anderen, der dafür zuständiger wäre! Das ist der entscheidende Punkt. Und wenn man das verstanden hat, fängt man an, nach Gelegenheiten zu suchen, wie man seine eigenen Mög­lich­keiten nutzen und ganz konkret handeln kann." Harald Welzer im Gespräch mit Doris Kleinau-Metzler in a tempo 07/2014 - und dazu die zweite Adresse.

Eine schöne Zeit noch, wünscht Ihnen Thomas Preußler mit Kollegen.

2.Eintrag

LVZ vom 6.5.2011 Thomas Preußler: Der Farb-Alchemist

Die unzähligen Eimer auf einem  Stufenpodest ziehen sofort den  Blick auf sich. Da leuchtet es  und strahlt und grellt. Es macht richtig  Lust, in einen der Töpfe hinein zu langen  und dann etwas zu gestalten. Es sind  Erd- und Mineralpigmente, die da ihre  Anziehungskraft entfalten. Thomas Preußler, Inhaber des Farbkontors  auf dem Leipziger Spinnereigelände  haben Farbpigmente schon vor langer  Zeit in ihren Bann gezogen. Damals  Gemeindepfarrer in Kummerow am See,  hatte er es sich zur Aufgabe gemacht, inmitten  von sozialistischem Mangel mehrere  kaputte Kirchen und zwei Pfarrhöfe  zu erhalten. „Im Grunde meines Herzens  hab ich das gern gemacht“, erzählt  Preußler. Ein befreundeter Künstler aus  einem Nachbardorf kramte irgendwo das  Rezept für Kaseinfarbe aus. Aus einer  Molkerei wurde „stiefelvoll“ Molke geholt,  Kalk aufgetrieben und Eisenoxid als  Pigment. Alles gemischt ergab den Anstrich  für eine Kirche, der bis heute hält,  so Preußler. Nebenbei war die Liebe zum  ökologischen Restaurieren geboren. Sein  Verständnis für Farbe mündete in die  Idee des Ladens, den Preußler 1996, damals  noch in Reudnitz, gründete. Auch  der Kaseinfarbe ist der heute 55-Jährige  treu geblieben, inzwischen sogar mit eigener  Marke und Vertrieb. Wie wird aus den Pigmenten denn  Farbe, mit der man etwas malen oder  streichen kann? Ölfarbe hat tatsächlich  etwas mit Öl zu tun. Die ohnehin schon  feinen Pigmente werden mit einem Glasläufer  auf einer Anreibeplatte verrieben,  also noch feiner gemahlen, und dann mit  Leinöl vermischt. Und schon kann gemalt  werden. Aber schon bevor die Ölfarbe die  Leinwand berührt, führen die Pigmente  ein ausdrucksstarkes Eigenleben: „Voller  Kraft und Leidenschaft schwingt das  Rot. Feurig anziehend, Lust erregend  und Gefahr ankündigend kommt es auf  uns zu“, heißt es auf der liebevoll gestalteten  Webseite. „Hingegen führt Blau in  die Weite, wirkt sachlich und ernst. Es  befreit aus dem Alltäglichen und hat wie  das feierliche und geheimnisvolle Blauviolett  spirituelle Fähigkeiten wie kaum  eine andere Farbe. Gut gelaunt und heiter  wirkt das Gelb, sonnig regt es den  Intellekt und den Austausch an. Ach ja,  grün, das oft falsch verstandene Grün.  Es wirkt so ausgleichend und neutral,  dass es in manchem Umfeld auch müde  macht, gar depressiv wirkt. Etwas gelber  hingegen stimmt es auch heiter und  freundlich. Klares und Reinheit sendet  das Weiß. Mitunter kann es uns Blenden.  Im Schwarz berühren uns Sterben  und Tod, aber auch Würde und Ernst.“ Wenn im Farbkontor einmal Zeit für  ein Gespräch mit Thomas Preußler ist,  taucht man in die Tiefen der Alchemie.  Über das Blau in schwefliger Umgebung,  über die Gitterstrukturen von Spinellblau,  über ungiftiges Kobalt, über die  Entdeckung des Preußisch Blau, über die kontrollierte Erhitzung von Erden  und natürlich in welchen Tagebauen  z. B. Ocker, Umbra und Sienna abgebaut  werden – zu jedem Ton gäbe es auf diese  Weise etwas zu erzählen. Ein bisschen  gewettert wird über synthetische Beimischungen,  die von der Industrie vorgenommen  würden, ohne entsprechende  Deklaration und auch über die sinnliche  Abstumpfung, der wir unterliegen, wenn  wir ständig mit schrillen Farbtönen konfrontiert  werden, die im Farbspektrum  der Natur nicht vorkämen. „Die Anzahl  der Farben im bekannten Farbspektrum  ist viel kleiner, aber sie passen fast alle zueinander und führen zur Harmonie.  Es sind Farbeindrücke, die nachklingen  und innere Ruhe bescheren wie ein gutes Konzert.“ Anna Kaleri

1. Eintrag

In der Leipziger Volkszeitung und der Hannoverschen Allgemeinen fand ich den folgenden Artikel. Unkommentiert und ungekürzt gebe ich ihn weiter.

Das Haus rückstandsfrei entsorgen

Wo gebaut wird, werden Materialien und Energie verbraucht. Im Sinne der Nachhaltigkeit ist es wichtig, die Verbräuche zu minimieren. Denn jeder produzierte Baustoff hinterlässt einen sogenannten ökologischen Fußabdruck, der die Umweltbelastung, insbesondere den CO2-Ausstoß, markiert. Sogenannte „graue Energien“, die insbesondere bei der Produktion und beim Transport anfallen, sollten in die Berechnungen einbezogen werden.

Bei der Nachhaltigkeitsbewertung müssen alle Umweltbeeinträchtigungen berücksichtigt werden, erläutert Michael Rieß, Experte für integrierten Umweltschutz. Pauschale Urteile seien dabei wenig hilfreich: „Öko ist nicht automatisch gut. Es muss immer die gesamte Konstruktion betrachtet werden.“ Und die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) schreibt auf ihrer Website: „Ein Bauprodukt wird immer im Kontext des gesamten Gebäudes betrachtet, da nur die richtige Verwendung eines Produkts auch dessen gewünschte Wirkung gewährleisten kann.“

Die Haltbarkeit der Materialien spielt ebenfalls eine Rolle - ebenso wie ihre Entsorgung, schließlich stammen laut Angaben des Bundesbauministeriums gut 50 Prozent des gesamten Abfallaufkommens in Deutschland aus dem Bauwesen. „Wer nachhaltig baut, der denkt vom Ende her. Das wirklich nachhaltige Haus lässt sich zum Schluss wieder komplett in seine sortenreinen Bestandteile zerlegen“, betont deshalb Reimund Stewen vom Verband Privater Bauherren (VPB). Bevorzugt werden sollte grundsätzlich alles, was in den Stoffkreislauf zurückgeführt werden kann.

Eindeutige Vorgaben fürs nachhaltige Bauen existieren zwar nicht - wohl aber einige Empfehlungen:

Kubatur : Form und Ausrichtung eines Gebäudes wirken sich auf dessen Energiebilanz aus: „Nachhaltige Gebäude müssen kompakt sein. Je weniger Ecken, Kanten und Vorsprünge ein Hauskubus hat, umso leichter ist er zu bauen und zu unterhalten“, so der VPB. Falls möglich, sollten Häuser so ausgerichtet sein, dass sie die Sonnenenergie nutzen können.

Konstruktion : „Nachwachsende Rohstoffe sind im Sinne der Nachhaltigkeit prädestiniert“, sagt der Verdener Architekt Thomas Isselhard. Dies gelte insbesondere für Holz aus europäischen Wäldern. Das wächst nicht nur nach, sondern benötigt wenig Energie in der Herstellung und bindet große Mengen CO2. Holzkonstruktionen sind sehr lange haltbar - vorausgesetzt, sie werden fachmännisch verarbeitet und geschützt. Für Stahl-Beton-Konstruktionen muss hingegen vergleichsweise viel Energie aufgewendet werden. Stahl zumindest ist aber fast zu 100 Prozent recycelbar.

Dämmung : Mittlerweile sind verschiedene Dämmstoffe auf dem Markt. Herkömmliche Verbundsysteme etwa aus Polystyrol haben den Nachteil, dass sie meist nicht wiederverwertet werden können und in der Herstellung viel Energie verbrauchen. Natürliche Materialien wie Schafswolle oder Zellulose werden oft etwa gegen Schimmelpilze behandelt und landeten deshalb später auf dem Müll, sagt Rieß. Eine Alternative ist gepresstes Stroh.

Gebäudehülle : Fenster mit Holzrahmen sollten aus hochwertigem Material bestehen und sind laut Rieß vor allem dann sinnvoll, wenn sie durch Dachüberstände gegen Feuchtigkeit geschützt werden. Das gelte auch für Außenwände aus Holz - es sei denn, sie werden regelmäßig mit umweltverträglicher Farbe gestrichen. Isselhard empfiehlt, für Außenwände Harthölzer zu verwenden und anschließend beispielsweise mit Lehm oder Kalk zu verputzen.

Bauaufsicht : Eine gute Bauleitung sei entscheidend, sagt Rieß. Diese müsse unter anderem darauf achten, dass möglichst wenig Emissionen wie Staub und Lärm entstehen. Das Grundwasser muss geschützt und der Abfall konsequent getrennt werden. Je besser Bauabläufe geplant und überwacht werden, desto weniger Fehler passieren, deren Folgen nicht nur Kosten verursachen, sondern auch zusätzliche Ressourcen verbrauchen, schreibt der VPB." Von Sebastian Hoff